Um eine genaue Definition der Metallurgie abgeben zu können, muss diese vor allem von der Mineralurgie, die mit der Bergbauindustrie verbunden ist, unterschieden werden:
Letztgenannte basiert auf Verfahren, die mittels verschiedener Adjuvantien – wie tensioaktiven Substanzen oder Lösungsmitteln – ein Aufschwemmen der mineralischen oder metallischen Partikel an der Oberfläche einer Flüssigkeit bewirken. Dazu werden verschiedene Substanzen verwendet, um die Eigenschaften von Mineralien so zu verändern, dass ihre Konzentration erhöht wird.
Die Metallurgie erstreckt sich über ein breites Spektrum von industriellen Aktivitäten, u. a. das Recycling von Metallen, das Gießereiwesen (in Gießereien, Stahl- und Aluminiumhütten), die Herstellung von Rohprodukten durch Walzwerke, die Umwandlung von Rohprodukten in Halbfertigprodukte und schließlich die Herstellung von Materialien und Fertigprodukten für die Industrie (Automobilindustrie, Raumfahrtindustrie,, Informations- und Telekommunikationssysteme, Nahrungsmittelverpackungen, Mikroelektronik, Druckindustrie, Bauindustrie und Transport).
Ein kurzer Überblick über die globale metallurgische Industrie zeigt die führenden Unternehmen des Sektors: Alcoa, Rio Tinto (Übernahme der Gruppe Alcan Ende 2007 nach einem ersten Übernahmeversuch durch Alcoa), Hydro und BHP Billiton (der Vorschlag eines Angebots zur Übernahme von Rio Tinto wurde von der Gruppe im Februar 2008 letztlich abgelehnt).
Im Metallurgiesektor wird in den täglichen Produktionsprozessen regelmäßig eine Vielzahl von chemischen Produkten verwendet: Lacke, Lösungsmittel, Harze, Polyurethane, Öle, vor allem aber alle Substanzen, die zur Oberflächenbehandlung verwendet werden (mechanische, chemische, elektrochemische oder physikalische Verfahrensschritte, mit denen das Aussehen oder die Funktion von Materialoberflächen verändert bzw. verbessert werden soll, um sie den jeweiligen Verwendungsbedingungen anzupassen: zum Beispiel Korrosionsschutz oder Verbesserung der physikalischen Eigenschaften) sowie für Reinigungsarbeiten.
Es werden Metalle der unterschiedlichsten Art behandelt und die erforderlichen Arbeitsschritte sind mannigfaltig; daher kommen zahlreiche Produkte zum Einsatz (Surfactants (grenzflächenaktive Substanzen), Komplexbildner wie EDTA, Säuren – Salz-, Salpeter-, Phosphor-, Schwefel-, Fluss-, Essigsäure, Basen – Natrium- und Kaliumhydroxid, Kalk, Lösungsmittel, Farbstoffe und Abfallstoffe) und das damit verbundene chemische Risiko ist entsprechend hoch.
In bestimmten Einzelfällen können Salpetersäure, Flusssäure (20-25%), Schwefelsäure oder Säuremischungen verwendet werden. Fluoridhaltige Lösungen sind für das zuverlässige Beizen von bestimmten Legierungen erforderlich.
Aluminium wird im Allgemeinen (in 90% der Fälle) in Schwefelsäure-Elektrolyten eloxiert. Für spezielle Anwendungen kann Aluminium auch in anderen Lösungen eloxiert werden, wie zum Beispiel in Phosphorsäure, Schwefelsäuren oder Oxalsäuren und Chromsäure-Elektrolyten.
Die künstliche Passivierung erfolgt an einem vorher reduzierten Metall (Beizverfahren: Lösung von unerwünschten Oxiden) mittels einer Säure (am häufigsten kommen Salzsäure oder Schwefelsäure zum Einsatz) oder einer Säuremischung (zusätzliches Vorhandensein von Salpeter- oder Flusssäure).
Hinweis: Eine große Herausforderung für die metallurgische Industrie ist der kurzfristige Ersatz von Chrom VI (Cr6+ – hexavalent) aus Gründen der Hygiene, der Sicherheit und des Umweltschutzes unter dem Druck der Gesetzgebung. (Auch wenn diese Substanz heute noch nicht komplett verboten ist, ist sie dennoch hoch toxisch.)
