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Die PREVIN-Lösung: Erste-Hilfe-Spüllösung gegen Verätzungen


Die PREVIN-Lösung ist eine effiziente aktive Erste-Hilfe-Spüllösung nach Kontamination mit einem Gefahrstoff.

Ihre schnelle Anwendung auf Haut oder Auge ermöglicht es, die ätzende bzw. reizende Wirkung zu stoppen und die Folgeschäden zu vermindern.

 

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat mehr als 75.000 Gefahrstoffe als ätzend, reizend oder sensibilisierend für Haut, Augen oder Atemwege eingestuft. Diese Chemikalien können schwere Schädigungen verursachen. In allen Situationen, die ein Risiko für menschlichen Kontakt, Haut oder Augen, mit einem Gefahrstoff darstellen, ist die Prävention und Einrichtung von Notspüllösungen unerlässlich. Die Erforschung des Mechanismus der Verätzung hat es uns ermöglicht die PREVIN- Lösung als Notfallspüllösung nach Kontakt mit Gefahrstoffen zu entwickeln. Durch Ihre Anwendung werden die Folgeschäden von chemischen Unfällen vermindert.

 

Das Spülen mit Wasser war die erste entscheidende Verbesserung zur Dekontamination von Chemikalienspritzern. Jedoch hat Wasser als Erste-Hilfe-Maßnahme seine Grenzen. 

 

  1. Was ist die PREVIN-Lösung?
  2. Eigenschaften der PREVIN-Lösung
  3. Warum soll man eine Verätzung spülen?
  4. Vorteile und Grenzen einer Spülung mit Wasser

 

1. Was ist die PREVIN-Lösung?

 

Die PREVIN-Lösung ist ein Medizinprodukt der Klasse IIa mit der CE-Kennzeichnung CE0459. Sie kann auf geschädigter Haut angewendet werden, wirkt auf den Gefahrstoff um die Reaktion auf das Gewebe zu stoppen und die Folgeschäden zu reduzieren.[1]. Ihre Anwendung ist unbedenklich und sie ist phosphatfrei [2]. Ihre physischen und chemischen Eigenschaften ermöglichen eine Dekontamination auf Haut und Auge.

Die PREVIN-Lösung ist nicht zur Behandlung von Verätzung geeignet. Es ist lediglich eine Erste-Hilfe-Spüllösung, die direkt nach einem chemischen Kontakt aufs Haut und Auge anzuwendet ist.

 

2. Eigenschaften der PREVIN-Lösung: Spülung nach Gefahrstoffkontakt

 

Die PREVIN-Lösung ist eine Erste-Hilfe-Spülung nach einem Kontakt mit einem Gefahrstoff. Ihre physischen und chemischen Eigenschaften ermöglichen die Spülung eines Gefahtsoffes aufs Haut und Auge.

Vier Eigenschaften verleihen ihr ihre Wirkung bei Gefahrstoffkontakt.

 

-Die PREVIN-Lösung ist polyvalent

 

Ihre physischen und chemischen Eigenschaften ermöglichen eine Spülung bei sämtlichen Arten ätzender und reizender Chemikalien (Säuren, Basen, Oxidationsmittel, Reduktionsmittel, alkalische Stoffe, Chelatbildner und Lösungsmittel).

Die PREVIN-Lösung ist garantiert phosphatfrei.

 

-Die PREVIN-Lösung ist flüssig: damit ist eine effiziente mechanische Oberfläschespülung der Haut oder des Auges gewährleistet.

 

Bei einem Kontakt mit einem Gefahrstoff setzt sich die Chemikalie auf der Oberfläche des Gewebes ab. Sie dringt nicht sofort und vollständig in die Haut oder das Auge ein. Der Gefahrstoff bleibt also auf der Oberfläche. Der mechanische Abspüleffekt durch eine Spülung mit einer flüssigen Lösung ermöglicht den Gefahrstoff von der Oberfläche des Gewebes zu entfernen. Somit kann er nicht mehr auf die Haut oder das Auge wirken und kann keine Verätzung verursachen. Bei Gefahrstoffkontakt ist das mechanische Spülen der Haupteffekt einer Notfalldekontamination mit der PREVIN-Lösung.

Das Bewässern des kontaminierten Bereiches mit Hilfe einer großen Menge an PREVIN-Lösung ermöglicht das Gefahrstoff zu verdünnen. Ein verdünnte Gefahrstoff reagiert nicht so so aggressiv auf das Gewebe. Dieser zusätzliche Verdünnungseffekt ist aber nicht so wichtig wie das mechanische Abspüleffekt.

 

-Die PREVIN- Lösung verhindert das Eindringen des Gefahrstoffs in das Innere des Gewebes.

 

Gefahrstoffe dringen schnell in die Haut oder in das Auge ein und verursachen gravierende Schäden.

Die PREVIN-Lösung ist eine hypertonische Lösung: sie hat einen höheren osmotischen Druck als der der Haut oder des Auges. Dies bremst das Eindringen des Gefahrstoffes in das Innere des Gewebes.

 

-Die PREVIN- Lösung kann die Wirkung des Gefahrstoffs stoppen.

 

Die PREVIN- Lösung enthält ein amphoteres und chelatbildendes Molekül. Die chemisch reaktiven Stellen dieses Moleküls können mit ätzenden oder reizenden Gefahrstoffen reagieren und somit die Reaktion mit den biologischen Bestandteilen des Gewebes verhindern. Mit dieser zusätzlichen Eigenschaft erlaubt die Spülung eine schnelle Rückkehr zu einem akzeptablen physiologischen pH-Wert.

Wirkungsweise von Verätzungen

verätzungen previn

 

Produkte (Spülflaschen/Notduschen...) mit der PREVIN-Lösung

Spülanleitung der PREVIN-Lösung

 

3. Warum soll man einen Chemikalienspritzer spülen?

 

Ätzende und reizende Stoffe reagieren mit den biologischen Verbindungen der Haut oder des Auges. Dies kann zu sehr schlimmen Schädigungen oder Verätzungen der Haut oder des Auges führen.

Im Falle eines Haut- oder Augenkontakts mit einem ätzenden oder reizenden Gefahrstoff ist es sehr wichtig die Reaktion auf das Gewebe einzugrenzen. Das Gefahrstoff reagiert so lange auf das Gewebe wie sie in Kontakt mit ihm ist und keine Maßnahme diese Aggressivität stoppt.

Um wirkungsvoll zu dekontaminieren, müssen die Kontaktdauer und die Reaktion des aggressiven Gefahrstoffs auf das Gewebe eingegrenzt werden. Hierzu muss man:

  • den Gefahrstoff von der Oberfläche der Haut oder des Auges entfernen
  • das Eindringen des Gefahrstoffs in das Innere des Gewebes stoppen und den bereits eingedrungenen Gefahrstoff entnehmen
  • das ätzende oder reizende Potential des Gefahrstoffs senken, um die Bildung einer Verätzung zu vermeiden

Es muss also so schnell wie möglich gehandelt werden um den Gefahrstoff von seiner biologischen Angriffsfläche zu entfernen. Die Notfallbehandlung erfordert:

  • entkleiden Sie die Person. Sollte die Kleidung von dem ätzenden oder reizenden Gefahrstoff durchnässt sein, kann dieser bei Hautkontakt noch weiter reagieren
  • eine ausgiebige Spülung durchführen, die das mechanische Abspülen des Gefahrstoffs von der Körperoberfläche ermöglicht und ihn zu verdünnen um ihn weniger aggressiv zu machen

Schnelles und gründliches Spülen ermöglicht eine effektive Dekontamination des Gewebes nach einem chemischen Kontakt.

 

4. Welche sind die Vorteile und die Grenzen einer Spülung mit Wasser?

 

"Gründlich mit Wasser spülen". Diese Empfehlung zur Dekontamination nach einem Gefahrstoffkonatkt ist geschichtlich und immer noch weit verbreitet. Jedoch hat das Spülen mit Wasser nach einem Gefahrstoffkontak Vor- und Nachteile.

Es ist die erste Lösung zur Notdekontamination nach Gefahrstoffkontakt, die vorgeschlagen wurde.

Das Spülen mit Wasser hat praktische Vorteile: die Verfügbarkeit und die Vielseitigkeit. Der Zugang zu Wasser ist in der Regel einfach und es ermöglicht eine Vielzahl an Chemikalien mit der gleichen Wirksamkeit zu spülen.

Die Wirkung von Wasser auf einen Gefahrstoff ist mechanisch: Wasser entfernt den Gefahrstoff von der Oberfläche der Haut oder des Auges. Dieser mechanische Effekt ist die Hauptwirkung der Spülung.

Darüber hinaus ist das Spülen mit einer großen Wassermenge ausreichend um die Chemikalie zu verdünnen. Je weniger konzentriert der Gefahrstoff ist, umso weniger aggressiv ist er für das biologische Gewebe.

Das Spülen mit Wasser hat jedoch eine begrenzte Wirkung und einige Nachteile.

Die Spülung mit Wasser begünstigt das Eindringen des Gefahrstoffs in das Gewebeinnere. Wasser hat, im Vergleich zur Haut und zum Auge, einen geringeren osmotischen Druck. Ein Teil des zur Spülung genutzten Wassers wird in das Innere des Gewebes eindringen und einen Teil des Gefahrstoffs mitnehmen. Der Gefahrstoff, der eingedrungen ist, wird auf das Gewebe reagieren und Schädigungen und verätzungen verursachen. Dies nennt man "Effet Wash-In"[3]

Das SPülen mit Wasser hat keine Wirkung auf den Gefahrstoff, der bereits in das Gewebe eingedrungen ist.  Wasser kann den Gefahrstoff, der bereits in die Haut oder das Auge eingedrungen ist nicht entfernen. Die eingedrungene Menge des reizenden oder ätzenden Gefahrstoffs kann auf seine biologische Angriffsfläche wirken und Verätzungen verursachen. Somit hat der Gefahrstoff das physiologische Gleichgewicht zerstört, die Spülung mit Wasser kann nicht dazu beitrag zu einem normalen pH-Wert zurückzukehren. Eine Säure, die in die Haut eingedrungen ist wird den pH-Wert des kontaminierten Gewebes senken. Die Haut mit Wasser zu spülen ermöglicht keine Rückkehr zum normalen pH-Wert.

Wasser hat keine chemische Wirkung auf die Reaktivität des Gefahrstoffs. Die Gefahr eines Gefahrstoffs nimmt durch das Spülen mit Wasser nicht ab.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen ist die Interventionszeit für eine Spülung sehr kurz. In den Vereinigten Staaten empfiehlt die Norm des American National Standard Institute (ANSI) den Beginn einer Spülung innerhalb von 10 Sekunden nach dem Gefahrstoffkontakt mit dem Auge.

Letztendlich ermöglicht eine Spülung mit Wasser:

  • mechanisches Abspülen der Oberfläche
  • Verdünnung

Experimentelle Studien haben gezeigt, dass eine Spülung mit Wasser nicht optimal ist und dass es möglich ist die Notfallbehandlung einer Verätzung, insbesondere bei ätzenden und reizenden Stoffen, zu verbessern..[4]

 

Produkte (Spülflaschen/Notduschen...) mit der PREVIN-Lösung

Spülanleitung der PREVIN-Lösung

 


  • [1]Cavallini, Annals of Burns and Fire disasters 2004, vol XVII-2, 84-87 et Cavallini, European Journal of Anaesthesiology 2004, 21, 389-392
  • [2]Hall, A. H.; Cavallini, M.; Mathieu, L.; Maibach, H. I. M. Cutaneous and Ocular Toxicology, 2009, 28 (4), 149-156
  • [3]Moody, R. P.; Maibach, H. I.; Skin decontamination: Importance of the Wash-in effect, Food and Chem. Toxicol. 44 (2006) 1783-1788
  • [4] Andrews K, Mowlavi A, Milner S The treatment of alkaline burns of the skin by neutralization. Plastic Reconstr Surg 2003 ; 111 : 1918-1921
  • PREVIN-Spüllösung: Ziel und Problematik einer chemischen Dekontamination

Produkte mit der PREVIN-Lösung

Spülanleitung der PREVIN-Lösung