WIRKUNGSWEISE
Eine Verätzung liegt dann vor, wenn durch das Einwirken einer reizenden oder ätzenden Substanz eine teilweise oder gänzliche Zerstörung der Molekular- und Zellstruktur der Haut oder des Auges vorliegt. Anhand des Ausmaßes der Gewebezerstörung wird der Grad der Verätzung ermittelt.
Die Wirkungsweise von Verätzungen
1- Welche Produkte können eine Verätzung verursachen?
Ätzmittel und Reizstoffe sind die zwei gefährlichen Produktkategorien, die durch einen einfachen Kontakt mit der Haut oder den Augen in der Lage sind, Verätzung hervorzurufen.
Einige dieser Stoffe können in Verbindung mit einer toxischen Wirkung eine doppelte Gefahr darstellen, wie dies beispielsweise bei der Flusssäure der Fall ist.
2- Die Wirkungsweise
Ätzmittel und Reizstoffe können mit den Bestandteilen des Auges oder der Haut chemische Verbindungen eingehen, die Verätzungen hervorrufen können.

Diese Verbindungen kommen nach folgenden sechs Reaktionsformen von aggressiven chemischen Substanzen zustande: Säuren, Laugen, Oxidation, Reduktion, Chelatierung von Kalzium oder Magnesium, Solvatation.
3- Die drei Stadien der Verätzung
Die Wirkungsweise der Verätzung lässt sich in drei Phasen unterteilen:
- der Erstkontakt, der ursprünglich zu einer Verätzung führt
- die Penetration
- die chemische Reaktion, welche die eigentliche Verätzung darstellt.
Zwischen dem Erstkontakt und der Reaktion stehen je nach Art des Produktes einige Sekunden bis Minuten zu Verfügung, um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen:
4- Faktoren, die den Schweregrad der Schädigung beeinflussen
- Art des Produktes
- Konzentration
- Dauer der Einwirkung
- Temperatur des Ätzmittels
Um eine wirkungsvolle Dekontaminierung von Chemiespritzern aller Art vorzunehmen, muss demnach:
1- das Produkt von der Kontaktfläche entfernt werden, um ein weiteres Eindringen zu verhindern
2- der effiziente Abbruch der sechs Reaktionsformen von aggressiven chemischen Substanzen gewährleistet werden
3- die Penetration des Ätzmittels in das Gewebe gestoppt werden.
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