Sie haben einen Spritzer Flußsäure ins Auge oder auf die Haut bekommen: Wie reagieren Sie richtig?
Überblick über die historische Entwicklung bei der Behandlung von Flußsäure-Verätzungen
Hexafluorine®
Anwenderprotokoll im Unternehmen
Anwenderprotokoll Notfallstationen im Krankenhaus
Eine wirksame Spülung ist aufgrund der doppelten Gefahr der Flußsäure unabhängig von ihrer Konzentration unerlässlich.
- die Wasserstoff-Ionen (H+) erzeugen eine Verätzung an der Körperoberfläche, die das Eindringen der Chemikalien in den Körper ermöglicht
- die Fluor-Ionen (F-) dringen ein und können durch ihre systemische toxische Wirkung lebensbedrohliche Folgen haben.
Überblick über die historische Entwicklung bei der Behandlung von Flußsäure-Verätzungen
Traditionell wurde nach Verätzungen früher stets mit Wasser gespült. Allerdings zeigte sich vor allem bei hohen Konzentrationen von Flußsäure - hier gab es einige Todesfälle - die begrenzte Wirkung von Wasser. Wasser hat nur eine passive Wirkung auf HF, es verdünnt und spült von der Oberfläche ab.
Das Applizieren und die lokale Injektion von Kalziumglukonat nach der Spülung stellten einen Fortschritt dar, weil es der Säure entgegenwirkt und bis zu einem gewissen Grad die Fluor-Ionen chelatiert bzw. anbindet. Die Überlebenschance erhöhte sich dadurch und die Folgeschäden verringern sich, aber in der internationalen Literatur finden sich immer noch Fälle, bei denen chirurgische Eingriffe erforderlich wurden und auch Todesfälle sind noch dokumentiert. Unabhängig von der Schwierigkeit der Standardisierung der Umstände von Unfällen und klinischen Studien trug der Wunsch nach der Aussagekraft und der Reproduzierbarkeit von Resultaten dazu bei, konkret über Möglichkeiten, die vorhandenen Studien zu verbessern, nachzudenken.
Dies führte auch zu Verbesserungen der Ersten Hilfe am Arbeitsplatz und der Behandlung im Krankenhaus. Dazu gehören:
- Information und Schulung des Personals,
- Präventionsmaßnahmen,
- Bereitstellen von Spülstationen in unmittelbarer Nähe der Gefahrenzone,
- Anwendung von Lösungen des Typs DMSO zur Zufuhr von Kalzium im Bereich der Fingernägel,
- präventives Auftragen von Kalziumglukonatgel vor dem Auftreten von Schmerzen,
- was zur Verbesserung der Gesamtsituation des Verletzten beiträgt, frühes Abtragen von abgestorbenem Gewebe usw.
Diese Überlegungen zielten auf die Entwicklung einer verbesserten Spüllösung, damit den beiden Gefahren der Flußsäure, nämlich ihrer Ätzwirkung und ihrer Giftigkeit besser entgegengewirkt werden kann.
Hexafluorine®
Das Prevor Labor hat daraufhin die spezielle Spüllösung Hexafluorine® zur Behandlung von Augen- und Hautspritzern mit Flußsäure entwickelt, die hyperton und chelatbildend ist.
Diese Spüllösung wirkt der doppelten Gefahr der Flußsäure und ihrer Derivate (BF3 Essigsäure, Ammoniumbifluorid…) entgegen.
Sie neutralisiert die Azidität der H+ Ionen (ohne Wärmeentwicklung) und chelatiert bzw. bindet die F- Ionen. Wird sie innerhalb einer Minute nach dem Flußsäurespritzer angewendet, stoppt sie aufgrund ihrer Hypertonizität das tiefere Eindringen der Flußsäure ins Gewebe und schützt die Zellen vor der Zerstörung.
Sogar bei hohen Konzentrationen (70 %) konnte die Verätzung vermieden oder auf ein simples Erythem ohne Schmerzentwicklung reduziert werden. Es wurden keine systemischen Folgen festgestellt. Diese positiven Wirkungen wurden bei 32 veröffentlichten Unfällen aus der Industrie beobachtet, darunter 5 Fälle mit lebensbedrohlichem Risiko aufgrund der hohen Konzentration und der Größe der betroffenen Körperoberfläche.
Diese Fälle sprechen für die Anwendung von Hexafluorine® als Erste Hilfe-Maßnahme.
Hexafluorine® reduziert die Verätzung, so dass anschließend unter günstigeren Umständen notwendige therapeutische Maßnahmen einsetzen können, die dem Grad der Verätzung entsprechen.
Bei verzögerter Spülung, das heißt wenn bereits mehr als eine Minute seit dem Kontakt mit der Chemikalie vergangen ist, hat sich die Verätzung bereits entwickelt und das Risiko der systemischen Schädigung ist gestiegen. Genauso verhält es sich bei unzureichender Spülung mit Hexafluorine® (es wurde nicht der gesamte Inhalt eingesetzt) oder wenn zur ersten Spülung Wasser eingesetzt wurde.
Dann sollte die Spülung mit Hexafluorine® wieder aufgenommen werden, damit die Folgeschäden reduziert werden können:
Mit einer zweiten Flasche von 500 ml Hexafluorine® sollte idealerweise weitere 5 Minuten lang weitergespült werden.
Nach der Dekontaminierung sollte eine Behandlung zur Erhöhung des Kalziumgehalts erfolgen, damit die weitere Schädigung gestoppt wird. Dazu wird normalerweise Kalziumglukonatgel (2,5%) auf die Haut aufgetragen oder lokal injiziert. Schädigungen der Augen sollten entsprechend der medizinischen Vorgaben zur Behandlung von Augenverätzungen (entsprechend des Verätzungsgrades) behandelt werden, mit dem Ziel einerseits Entzündungen einzuschränken und andererseits die Wundheilung zu beschleunigen.
Wann und wie sollte Hexafluorine® eingesetzt werden? In Verbindung mit welcher Behandlung?
Anwenderprotokoll im Unternehmen
Spülung innerhalb der ersten Minute zur Ersten Hilfe. Dabei den gesamten Inhalt der Flasche/des Spülbeutels einsetzen.
- Bei einer Augenkontamination spülen Sie mit einer Flasche à 500ml Hexafluorine® als Erste Hilfe-Maßnahme.
- Bei einer Hautkontamination verwenden Sie eine TADF à 5 l Hexafluorine®.
- Bei kleineren Hautkontakten (z. B. ein Finger) kann auch anstelle der TADF eine Flasche für die Augen eingesetzt werden.
Hexafluorine®: eine effiziente Lösung für das doppelte Risiko von Verätzung und Vergiftung durch Flußsäure und ihre Derivate
Bei verschütteter oder ausgelaufener Flußsäure sollten ebenfalls Erste-Hilfe-Maßnahmen vorgesehen sein, die das Risiko der Kontaminierung der Mitarbeiter einschränken: hier sollte Trivorex® eingesetzt werden.
Das Risiko der Vergiftung durch Dämpfe ist nicht zu vernachlässigen, da das Einatmen der Dämpfe schnell erfolgt und sehr gefährlich sein kann.
Anwenderprotokoll Notfallstationen im Krankenhaus
Bei einem Augenkontakt Spülung mit 500 ml Hexafluorine®, anschließend medizinische Behandlung.
Bei einem Hautkontakt Spülung mit einer TADF à 5 l. Nach Möglichkeit sollte in Abhängigkeit von den Umständen Kalziumglukonatgel oder ein anderes Antidot unterspritzt bzw. intravasal gespritzt werden.
Falls die verätzte Körperoberfläche 1% übersteigt, sollte auf folgende Symtome untersucht werden: (Kalzämie, Kaliämie, Magnesiumämie, Phosphorämie).